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Billig telefonieren: VoIP mit dem Handy nutzen

17.11.2008 - Wer mit dem Handy billig telefonieren will, kann auf die Technologie Voice-over-IP zurückgreifen. Die Minutenpreise sind bei VoIP-Telefonaten deutlich niedriger als im Mobilfunk. Welche Voraussetzungen dafür jedoch nötig sind und wo die Probleme liegen, erklärt Billig-Tarife.de.

Die technischen Voraussetzungen

Um VoIP-Telefonie mit dem Handy nutzen zu können, muss dieses über einen Internetzugang verfügen. Grundsätzlich bestehen dazu zwei Möglichkeiten: Entweder per WLAN oder per UMTS. Für den Internetzugang per WLAN benötigt man einen Hotspot, also einen drahtlosen Internetzugriffspunkt. Die meisten Mobilfunkbetreiber bieten bereits eine breite UMTS-Abdeckung ihrer Netze an, sodass der Internetzugang via UMTS vor allem in bevölkerungsdichten Gebieten kein Problem darstellt.

Bisher war mobile VoIP Telefonie nur mit speziellen Dual-Mode-Handys möglich. Diese registrieren sich automatisch in WLAN-Hotspots, sofern diese vorhanden sind. Steht kein freier Internetzugang zur Verfügung, wird über den herkömmlichen Weg, das Mobilfunknetz, telefoniert.
Der VoIP Anbieter Sipgate stellt zusammen mit dem Kommunikationsservice Nimbuzz jetzt eine Software bereit, mit der Internettelefonie auch mit normalen UMTS-fähigen Handys möglich sein soll. (Wir berichteten.)

Die Blockade der Mobilfunkanbieter

Problematisch ist jedoch, dass die meisten Mobilfunkanbieter ihren Kunden die Nutzung von kostenpflichtigen VoIP-Diensten untersagen, da sie darin interessiert sind, dass die Gespräche über ihr eigenes Mobilfunknetz geführt werden. Auf Anfrage erklärte T-Mobile, dass das System die Nutzung von VoIP in der Regel automatisch erkennt und technisch unterdrückt. Auch O2 unterbindet VoIP Telefonate und legt dies rechtlich in den Allgemeinen Geschäftsbedinungen fest. Nach Angaben von O2 Sprecher Albert Fetsch ist die Nutzung von Voice-over-IP mit dem Handy aufgrund der vielfältigen Flatrate-Angebote der Mobilfunkanbieter auch gar nicht notwendig. Vodafone Sprecher Dirk Ellenbeck begründet das Verbot von VoIP in den AGB von Vodafone damit, dass die Sprachqualität bei Voice-over-IP Gesprächen von Vodafone nicht garantiert werden kann. Vodafone-Kunden, die trotzdem mit dem Handy via VoIP telefonieren, verstoßen theoretisch gegen die AGB. Folglich könnte der Mobilfunkanbieter den Vertrag kündigen. "In der Praxis ist dies jedoch bisher nicht passiert", erklärt Ellenbeck.

Auch der VoIP Anbieter Sipgate bestätigt, dass die Mobilfunkanbieter die Nutzung von IP-Telefonie häufig ausschließen. "Ob es jedoch tatsächlich zu einer Beschränkung kommt, sei dahingestellt", erklärt Pressesprecher Wilhelm Fuchs. Häufig diene dies nur der Kundenabschreckung, technisch sei es jedoch oftmals möglich. "Ob diese Unterbindung von VoIP-Handygesprächen überhaupt rechtens ist, wird derzeit von der EU geprüft.", so Fuchs.

Telefonate über Mobile Messaging-Dienste

Nicht betroffen von der Blockade der Mobilfunkanbieter sind kostenlose Telefonate über so genannte Mobile Messaging Dienste. Über eine spezielle Software von Anbietern wie Fring, Barablu oder Nimbuzz können Handynutzer kostenlos mit Freunden und Bekannten in Kontakt treten - per Chat oder Telefonat. Angerufen werden können jedoch nur Nutzer von Skype, ICQ oder ähnlichen Web-Diensten. Anrufe auf normale Festnetzanschlüsse oder Handys sind nicht möglich. Für welche Handys die jeweilige Software geeignet ist, kann auf den Internetseiten der Anbieter geprüft werden. Abhängig ist dies vom Betriebssystem des Mobilfunkgeräts. Nimbuzz unterstützt beispielsweise Symbian S60, Windows Mobile etc.

Die Kosten

Die VoIP-Telefonate über Mobile Messaging-Dienste sind, genau wie gewöhnliche Skype-Telefonate von einem Computer zum anderen, kostenlos. Gezahlt werden muss jedoch für die Internetverbindung. Je nach Datentarif kann dies unterschiedliche Kosten verursachen. Eine Übersicht zu den Datentarifen der Mobilfunk-Discounter finden Sie in unserer Vergleichstabelle.

Kunden des VoIP Anbieters Sipgate wird ein Web-Telefonanschluss inklusive Ortsrufnummer ohne Grundgebühr bereitgestellt. Solange ein Internetzugang zur Verfügung steht, kann kostenlos mit anderen Sipgate-Kunden telefoniert werden. Gespräche in andere Netze sind zu günstigen VoIP Konditionen möglich. Nähere Informationen dazu erhalten Sie auf der Sipgate Internetseite. Doch auch Kunden eines VoIP Anbieters müssen für die notwendige Internetverbindung Geld an ihren Mobilfunkanbieter zahlen. Im Falle einer Datenflatrate kann diese unbegrenzt zu einem Festpreis genutzt werden. Wer einen volumen- oder zeitbasierten Datentarif nutzt, muss die entsprechenden Konditionen zahlen.

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[Quelle: Sipgate/T-Mobile/O2/Nimbuzz/Fring/Vodafone/Foto: Sipgate] [Redakteur: Judith Mühr]