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Billig-Tarife.de News: Telefonkunden werden 200 Mio Euro vorenthalten

11.12.2007 - Nach Ansicht der EU-Kommission zahlen Telekomkunden zu viel für Gespräche vom Festnetz in die Mobilfunknetze, da die sinkenden Mobilfunk-Durchleitungsgebühren nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werden.


Verbrauchern werden 200 Millionen Euro vorenthalten

Auf diesen Missstand hatte E-Plus bereits in den vergangenen Jahren gegenüber Politik und Medien aufmerksam gemacht, jedoch wurde eine entsprechende, von E-Plus an die Bundesnetzagentur adressierte Beschwerde, noch in diesem Jahr abgelehnt. Nach E-Plus-Schätzungen belaufen sich die so entstehende Mehreinnahmen der Deutschen Telekom im laufenden Jahr auf rund 200 Millionen Euro: Geld, das den Verbrauchern in Deutschland vorenthalten wird.


Kritik der EU-Kommission an Bundesnetzagentur

In einem am 6. Dezember veröffentlichten Schreiben an die Bundesnetzagentur kritisiert die EU-Kommission den bereits von E-Plus angeprangerten wettbewerbsverzerrenden und verbraucherunfreundlichen Missstand und forder die Bundesnetzagentur auf, "unverzüglich das Niveau der Festnetz-zu-Mobilfunk-Entgelte zu überwachen" und gegebenenfalls die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Verbraucherinteressen zu prüfen.


Stellungnahme aus Brüssel

In der Stellungnahme aus Brüssel heißt es: "Die Kommission ist sich bewusst, dass die DTAG [.] die Absenkung der Mobilfunk-Terminierungsgebühren nicht in vollem Umfang an ihre Endkunden weitergibt."


Hintergrund zur Sachlage

Hintergrund der Diskussion sind unter anderem die im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent gesenkten Entgelte, die die Mobilfunknetzbetreiber für die Zustellung von Gesprächen in ihre Netze fordern dürfen. In wesentlichen Basisgesprächstarifen hatte die Deutsche Telekom ihren Festnetzkunden diese Absenkung nicht weitergegeben und stattdessen dankbar als Mehreinnahmen in einer strapazierten Ergebnisrechnung verbuchen können. Zudem verlangt die Telekom in diesen Tarifen für Gespräche zu O2 und E-Plus deutlich höhere Preise, als dies durch die Entgeltunterschiede für Gespräche in die Netze der Marktführer gerechtfertigt wäre.


Wettbewerbsverzerrung zulasten der Verbraucher

Auch bei der aktuellen Entscheidung zu den seit Anfang Dezember 2007 gültigen neuen Terminierungsentgelten im Mobilfunk waren die Marktführer bei der Absenkung der Entgelte weniger stark betroffen als die Verfolger E-Plus und O2. Die ungleiche Verteilung der Marktkräfte, bei der die beiden Marktführer rund 75 Prozent der Kunden und Umsätze in ihren Netzen vereinen, wird damit weiter zementiert. Eine solche Wettbewerbsschwächung geht erfahrungsgemäß abermals zulasten der Verbraucher. Ohne wettbewerbsfördernde politische Entscheidungen konnten und können daran auch die aggressiven Preis- und Tarifinitiativen wenig ändern, die E-Plus ab Mitte 2005 initiiert hat.
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