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Erneutes DSL-Dumping von der Telekom?

24.08.2006 - Die Deutsche Telekom hat nach Meinung des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko) wieder ein unlauteres Angebot für den Wiederverkauf von DSL-Produkten gemacht.

Seit einigen Tagen, so weiß der Verband, dem die Vertragsunterlagen vorliegen, erhalten DSL-Anbieter, die so genannten Reseller ohne eigenes Netz die Möglichkeit, zu Dumpingpreisen DSL-Aschlüsse einzukaufen. Dabei werden im Vergleich zu den Preisen, die ein normaler Endkunde für die originalen Telekom-DSL-Produkte zahlt, Nachlässe zwischen 30 und 54 Prozent eingeräumt. So kann beispielsweise DSL 2000, das eigentlich mit 19,48 Euro für den Endkunden zu Buche schlägt, für 11,89 Euro vom DSL-Anbieter erworben und entsprechend lukrativ an Endkunden weiterverkauft werden (monatlicher Preis für 36 Monate Laufzeit inkl. auf Monate umgerechnetem Einmalentgelt).


Problematik liegt bei Teilnehmeranschlussleitung (TAL)

„Kommt das so durch, können wir unsere Geschäftsmodelle für das Festnetz beerdigen“, prophezeit Rainer Lüddemann, Geschäftsführer des Breko. Wollen Breko-Mitglieder wie die Arcor AG, HanseNet, Versatel oder NetCologne einen DSL-Anschluss anbieten, müssen sie allein für die nackte Teilnehmeranschlussleitung (TAL) bzw. den Telefonanschluss 12,48 Euro an die Telekom zahlen, ohne dass ein entsprechendes Produkt dabei ist (Summe inkl. Einmalentgelt auf Monatsbasis). Dieses entwickeln die Breko-Unternehmen auf eigener Technikplattform selber und müssen so zusammen mit dem Zugangsentgelt für die TAL deutlich mehr Geld aufwänden, um in den Markt zu kommen.


DSL für minimal 24,37 Euro im Monat

Um einem Kunden beispielsweise für 36 Monate einen DSL-Anschluss zur Verfügung stellen zu können, muss der Anbieter mindestens 24,37 Euro im Monat durchschnittlich an die Telekom bezahlen. Diese setzen sich aus mindestens 11,89 Euro für den DSL-Anschluss und 12,48 Euro für den TAL bzw. Telefonanschluss zusammen. Da der DSL-Anbieter selbst ebenfalls Unkosten hat, muss der Endpreis für den Verbraucher deutlich über den 24,37 Euro liegen.


Einspruch brachte bereits bei "Net Rental" Erfolg

Telekom ZentraleBereits im März hatte der Verband mit einem umfangreichen Gutachten ein Verfahren gegen das Telekom-Resale-Produkt "Net Rental" in Gang gebracht. Auch damals waren Rabatte in dieser Größenordnung vorgesehen gewesen. Dies untersagte die Bundesnetzagentur alsbald wegen Diskriminierung einzelner Reseller. Das nun vorgelegte Resale-Angebot versucht diese Klippe zu umschiffen meint der Verband, indem allen Wettbewerbern der Erwerb gleichermaßen offen steht.


"Für Breko-Firmen bleibt das Angebot diskriminierend"

Pointiert könne man das aktuelle Produkt als "Net Rental Reloaded" oder "Net Rental für alle" bezeichnen, so der Verbandsgeschäftsführer. "Für Breko-Firmen bleibt das Angebot diskriminierend", so Lüddemann, "für uns ist der TAL-Preis die Bezugsgröße. Solange wir hier derart benachteiligt sind, werden wir gegen solche unlauteren Angebote kämpfen." Breko wird daher bei der Bundesnetzagentur den Antrag auf Feststellung eines Entgeltmissbrauchs stellen.
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