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Internet-by-Call: Schock bei 300 % Preiserhöhung

09.08.2006 - Internetzugänge über das Internet-by-Call Verfahren gelten bei vielen Verbrauchern als günstig und sicher. Über die Risiken ist sich hingegen kaum jemand bewusst, denn plötzliche Preiserhöhungen bekommen die Verbraucher erst durch eine hohe Rechnung am Monatsende zu spüren.

Frau Müller (Name von der Redaktion geändert) nutzt mit ihrem analogen Modem im Mai 2006 den Internet-by-Call Anbieter 1net4you. Fröhlich und günstig surft sie für 0,69 Cent pro Minute rund um die Uhr durch das Internet. Ihre Internetrechnung betrug bis dahin 20 Euro im Monat. Ab dem 1. Juni ändert 1net4you die Preise: Statt 0,69 werden nun 3,99 Cent pro Minute plus eine Einwahlgebühr von 9,94 Cent pro Interneteinwahl berechnet. Damit ergibt sich eine Preiserhöhung um mehr als 300 prozent.


Preisschock am Monatsende

Frau Müller weiss von der Preiserhöhung nichts, weil Sie aufgrund des Internet-by-Call Verfahrens keinen festen Laufzeitvertrag mit 1net4you geschlossen hat. Auch auf der Internetseite von 1net4you prüft sie nicht den aktuell gültigen Preis. Also surft Sie unwissendlich weiter. Erst auf der Abrechnung für den Juni merkt Frau Müller, dass der Preis angehoben wurde. Statt 20 soll Sie nun ganze 200 Euro für den Internetzugang bezahlen.


Änderung der Einwahlnummer

Im Fall 1net4you hat der Anbieter zum 1.6.2006 lediglich die unauffällige Einwahlnummer von 019351904 in 019351895 geändert. Wer die Änderung der Nummer bemerkte und die neue Nummer nutzte, surfte auch weiterhin für 0,69 Cent/Min. Wer über den Nummernwechsel nicht bescheid wusste, der surfte ab 1. Juni für 3,99 Cent/Min und 9,94 Cent Einwahlgebühr. Benutzername und Passwort blieben gleich.


Das Problem von By-Call-Tarifen

Grundproblem beim Internet-by-Call und auch beim Telefonieren über 010xx-Call-by-Call-Nummern sind die urplötzlichen Preisänderungen um zum Teil mehrere hundert Prozent. Da nicht alle By-Call-Anbieter eine Preisauskunft am Anfang des Telefonates oder des Internetzugangs anbieten und keinen Laufzeitvertrag mit dem Kunden besitzen, können die Kunden auf einmal unwissendlich zu einem ganz anderen Preis telefonieren oder surfen wie vor einigen Stunden.


Hilfe von der Politik?

Der Bundestag hat bereits am 17. Juni 2005 den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung telekommunikationsrechtlicher Vorschriften zugestimmten, in dem eine Preisansageverpflichtung beim Call-by-Call-eingeführt werden sollte. Dem Gesetz wurde jedoch nicht vom Bundesrat zugestimmt, sodass weiterhin keine Ansagepflicht besteht.


Fazit: Preissicherheit nur mit Vertrag

Nutzer von Internet-by-Call-Tarifen wird empfohlen entweder in regelmässigen Abständen den aktuellen Preis direkt auf der Webseite des Anbieters zu kontrollieren oder einen Tarif mit sogenannter Tarifgarantie zu wählen. Bei Tarifen mit Tarifgarantie garantieren einige Anbieter deren Kunden den Preis bis zu einem bestimmten Datum nicht zu verteuern. Wer eine 100 prozentige, langfristige Preissicherheit haben möchte, sollte hingegen einen Internetzugang mit Laufzeitvertrag wählen.
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