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Handy-TV: zwei Standards sind nicht genug?

14.06.2006 - Das neue Handyfernsehen ist in aller Munde. Rechtzeitig vor der FIFA WM 2006 startete debitel als erster deutscher Mobilfunkanbieter seinen mobilen TV-Dienst.

Dagegen setzen die vier UMTS-Netzbetreiber auf einen anderen technischen Standard: DVB-H ist bislang nur im Testbetrieb erprobt. E-Plus, o2, T-Mobile und Vodafone wollen sich für das Handy-TV auf DVB-H zusammen tun, wie das B2B-Mobilfunkportal UMTS-Report.de berichtete.

Jeder dieser Standards hat seine eigenen Vor- und Nachteile. UMTS-Report.de stellt sie gegenüber - und bringt erstmals eine Alternative ins Gespräch:


Debitel setzt auf Bewährtes

Der von debitel verwendete DMB-Standard (Digital Multimedia Broadcasting) wird bereits in Südkorea und China genutzt und ist somit eine praxiserprobte Technologie. Sie setzt auf dem in Deutschland bereits verbreiteten Standard DAB (Digital Audio Broadcasting) für digitales Radio auf. Daher kann der Betrieb mit geringen Investitionen in die Infrastruktur gewährleistet werden. Als Rundfunkstandard kann das DMB-Signal eine unbegrenzte Anzahl von Teilnehmern gleichzeitig versorgen. Weil DMB ein Frequenzband von nur 1,5 MHz nutzt, sind die benötigten Ressourcen von Beginn an frei. Allerdings schränkt u.a. das geringere Frequenzspektrum auch die Anzahl der maximal verfügbaren Kanäle stark ein. So wird in Deutschland nur mit einem Ausbau des Angebots auf bis zu 20 Kanäle gerechnet. Auf Grund der maximal zulässigen Sendeleistung ist der Empfang in geschlossenen Gebäuden häufig beeinträchtigt.


Mehr Programmvielfalt: DVB-H

Eine weit umfangreichere Programmauswahl und bessere Fehlerkorrektur verspricht der DVB-H-Standard. Jedoch werden für DVB-H benötigte Frequenzen in einigen Bundesländern noch vom analogen terrestrischen Fernsehsignal besetzt. Diese könnten nach Angaben von Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) frühestens Ende 2007 frei werden. Die flächendeckende Versorgung mit dem DVB-H-Signal macht auf Grund der geringeren Sendereichweite vermutlich bis zu drei Mal höhere Anfangsinvestitionen nötig, was wohl nicht ohne Einfluss auf die Preise für den Endkunden bleiben wird. Auch beim Empfang verbrauchten DVB-H-fähige Endgeräte in ersten Tests doppelt so viel Energie wie DMB-Handys.


TDtv - Ein dritter Weg?

Ab Mitte 2006 will Orange in Großbritannien einen von IPWireless entwickelten Standard, TDtv genannt, testen. Anders als bei DMB und DVB-H handelt es sich hierbei nicht um ein Rundfunksignal, sondern um einen UMTS-Dienst. Bisher über UMTS verfügbare TV-Angebote werden nach der Unicast-Methode "gestreamt", d.h. von einer Basisstation an jeweils einen Empfänger gesendet. Dadurch verringert sich die Kapazität einer UMTS-Zelle, die bereits bei 10 bis 15 Nutzern überlastet sein kann. Dieses Problem soll bei TDtv mit dem Multicast-Verfahren umgangen werden, so dass - ähnlich wie beim Rundfunksignal - unbegrenzt viele Nutzer in den Genuss des Fernsehprogramms kommen können.

TDtv dürfte ein für UMTS-Netzbetreiber sehr interessantes Verfahren sein, da es die universellen ungepaarten 3G Spektrum-Bänder verwendet, die überall in Europa und Asien mit 1900 MHz und 2010 MHz verfügbar sind, und da es Partnerschaften mit Rundfunkanstalten für die Nutzung der Sendemasten entbehrlich macht. Anders als bei DMB und DVB-H sind die verfügbaren Frequenzen in vielen Ländern gleich, sodass Handy-TV-Kunden auch im Ausland mobil fernsehen können.
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Weitere Informationen: Kommentare:
www.dvb-h.org
www.umts-report.de.
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[Quelle: Pressemitteilung UMTS-Report] [Redakteur: Philipp Jorek]