Billig-Tarife

Gratis-Infos mit teurer Abo-Falle

30.03.2006 - Mit Gratis-Testzeit Kunden anlocken und dann für ein vermeintliches Abonnement abkassieren, über dieses Geschäftsmodell beschweren sich derzeit zahlreiche Verbraucher. Bereits die Gratis-SMS Webseiten mit verstecktem und teurem Abo sorgten in der Vergangenheit für Aufsehen.

So suchten Familie S. für ihren neugeborenen Sohn einen Vornamen, Frau K eine Bastelanleitung, Fräulein H. eine Lehrstelle , Schülerin Lisa Informationen für die Schule , Andreas H. ein Gedicht für die Freundin.... Im Internet fanden die User Seiten wie vornamen-heute.com, basteln-heute.com, lehrstellen-heute.com, gedichte-heute.com, lexikon-heute.com. Mit „Heute gratis!“ und der Verlosung eine X Box 360 wurde geworben.

Die Interessenten trugen ihre persönlichen Daten ein, machten ein Häkchen bei den Teilnahmebedingungen und betätigten den Anmeldebutton. Die Überraschung kam dann in Form einer Rechnung. Die Anmeldung sei nur für einen Tag gratis, dann verwandele sich der Zugang in ein kostenpflichtiges Abonnement, heißt es im Kleingedruckten.

Die zahlreichen Beschwerden über dieses Geschäftsmodell zeigen, dass viele Verbraucher sich über die Kostenpflichtigkeit der "Gratis-Angebote" nicht bewusst sind, wenn sie sich registrieren. Nur wer auf der Website nach unten scrollt, kann dort lesen, dass die Gratis-Testzeit um Mitternacht abläuft und sich danach automatisch in ein Abonnement mit einer Laufzeit von zwei Jahren verwandelt.

84 Euro, sieben Euro monatlich bei einer Laufzeit von 24 Monaten mit einer jährlichen Abrechnung im Voraus lautet nun die Rechnungsforderung. Davon sollte man sich aber nicht einschüchtern lassen, wenn man tatsächlich über den Vertragsschluss oder den Inhalt der Willenserklärung bei der Registrierung getäuscht wurde rät die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

Nach Auffassung der Verbraucherschützer handelt es sich um unseriöse Angebote, die durch die Art und Weise der Vertragsanbahnung zu keinem wirksamen Vertrag führen. Betroffene sollten der Rechnung widersprechen, weil für sie nicht deutlich wurde, dass mit der Nutzung des Gratisangebots über einen bestimmten Zeitrahmen hinaus „automatisch“ ein Abovertrag geschlossen werden sollte. Auch enthalten die Rechnungen den meist unrichtigen Hinweis, dass die Widerrufsfrist schon abgelaufen sei.
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Weitere Informationen: Kommentare:
Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt: www.vzsa.de
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[Quelle: Pressemitteilung Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt] [Redakteur: Philipp Jorek]