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VATM: DSL darf nicht 3 mal so teuer werden

20.09.2005 - Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) erwartet im Zuge des anhaltenden Preiskampfes der DSL-Nutzungsentgelte eine weiterhin hohe Nachfrage nach breitbandigen Internetdiensten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Vorleistungspreise der Deutschen Telekom für die breitbandige Vorleistung "ZISP" (Zuführung zum ISP) deutlich sinken und nicht - wie aktuell von der Deutschen Telekom AG gefordert - um mehr als das Dreifache steigen.

"Der deutliche Preiswettbewerb im Bereich der DSL-Flatrates hat seit Beginn des Jahres 2005 den Kunden um durchschnittlich 15 bis 20 Euro pro Monat entlastet", rechnet Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, vor, "während anhaltend steigende Preise für andere Versorgungsgüter wie etwa Gas, Strom und Mineralöl den Verbraucher seit Monaten stark belasten. Steigende Nutzungsentgelte für bandbreiten-intensivere Anwendungen ließen sich daher kaum noch abbilden und würden die Akzeptanz der neuen Nutzungsformen im Internet - etwa bei Voice-over-IP, Music Downloads, Video on Demand, E-Learning oder der Online-Steuerklärung - behindern."

Dass die breitbandigen Zugangsentgelte deutlich zu hoch sind und im Zuge von weiteren wirtschaftlichen Effizienzgewinnen und vor allem stark wachsenden Größenvorteilen eine Senkung erfordern, zeigen auch europäische Vergleichsmarktzahlen von Vorreiter-Ländern in Europa wie Frankreich, Belgien, Großbritannien, Italien. Um im europäischen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben, muss die Bundesnetzagentur bei der Preisermittlung für die nutzungsabhängigen ZISP-Entgelte statt der von der DTAG geforderten Erhöhung daher eine Senkung um mindestens 20 % anordnen .

"Gerade für bandbreiten-intensive Produkte benötigt der Markt Planungssicherheit und möglichst niedrige effiziente Vorleistungspreise. Sie bieten die Plattform, um stärker nutzungsfördernde Flatratemodelle weiter zu entwickeln und zu vermarkten, die auf der Basis von sprach- und datenintegrierten Anwendungen dem Verbraucher in Form von höherer Angebotsvielfalt, innovativen Produkten und bezahlbaren Preisen Vorteile bringen", führt Grützner aus.

Bis zum 31. Oktober 2005 muss die Bundesnetzagentur über neue Vorleistungspreise der Deutschen Telekom entscheiden, die für nahezu alle alternativen Angebote der Wettbewerber im DSL-Privatkundensegment ausschlaggebend sind. Angesichts der Forderung der Deutschen Telekom, die nutzungsabhängigen Preise für die breitbandige Zugangsleistung ZISP von derzeit 0,52 auf 1,5625 Euro pro genutzter Bandbreite (10 kbit/s) anzuheben, befürchtet der VATM überhöhte Entgelte, die eine verstärkte Entwicklung der Breitbandnutzung in Deutschland abschwächen würde.
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Weitere Informationen:   Kommentare:
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